Gegen die Zensur Marokkos: „3 Stolen Cameras“ zeigt, wie Medienaktivisten in der Westsahara ihr Leben riskieren

In Marokko darf man nicht von der Westsahara sprechen, offiziell sind es die „südlichen Gebiete“. Es gibt keine offiziellen Statistiken zu Wirtschaft aus der Region. Vor allem gibt es in der Westsahara keine unabhängige Presse. Ausländischen Journalisten und Hilfsorganisationen wird immer wieder die Einreise untersagt.

Gegen die Mediensperre stellt sich das Kollektiv Equipe Media. Die Gruppe besteht aus 25 DIY-Journalist*innen, die mit geschmuggelten Camcordern heimlich Demonstrationen filmen und Interviews mit Aktivist*innen und Opfern führen. Die Kurzdoku 3 Stolen Cameras erzählt von der teils lebensgefährlichen Arbeit des Kollektivs und dem medialen Katz- und Mausspiel mit den marokkanischen Behörden. Denn die konfiszierten Kameras von Equipe Media werden wiederum von den Autoritäten benutzt, um die Teilnehmer*innen der unerlaubten Demonstrationen zu filmen und damit zu kriminalisieren.

 

Der Film besteht aus dem gesammelten Material von Equipe Media, das sie zusammen mit dem schwedischen Indie-kollektiv RåFILM zur Doku 3 Stolen Cameras verarbeiteten. Die eigentlich in Beirut angesetzte Weltpremiere wurde in letzter Minute unter Druck marokkanischer Diplomaten auf die Libanesische Regierung unterbunden – für Equipe Media eine Bestätigung der Brisanz dieses Filmes. Auf der vergangenen DOK Leipzig konnte er dann endlich gezeigt werden. Ein offizieller Release bleibt abzuwarten. Bis dahin empfehlen wir, die Programme der Filmfestivals 2018 aufmerksam durchzulesen!

 

 

+
-