TRACKS NEWS / 13-10-12 / Auf seiner...

Auf seiner Akte steht: Musiklegende

Der Mann verschanzt sich am liebsten im Studio, möglichst hinter einem Orchester. Dabei hat er musikalisch so viel auf dem Kerbholz, dass er’s eigentlich auch allein machen könnte. 

Bei ihm muss man Schlange stehen
Van Dyke Parks hat The Bare Necessities für Disney’s Dschungelbuch-Soundtrack arrangiert und Calypso entdeckt, als das Ding der Stunde noch Punk hieß. Auch mit Ry Cooder, Randy Newman und the Byrds war er im Studio. Sprich: auf seiner Akte steht: Musiklegende. Heute steht alles, was etwas auf sich hält Schlange, um sich ihre Songs von ihm arrangieren zu lassen. Neulich rief sogar Skrillex an. Natürlich hat Van Dyke Parks angenommen. Und Skrillex hyperaktiven Bässen mit einem 63-köpfigen Orchester eins draufgesetzt.
2012 widmete er sich wieder eigenen Songs, veröffentlicht neue Singles und seine drei wichtigsten Solo-Alben Song Cycle, Discover America und Clang of the Yankee Reaper erscheinen noch einmal. Deshalb muss er auch doch mal wieder selbst raus auf die Bühne. Natürlich nicht ohne Orchester. Aber weil gerade seine legendären Alben neu aufgelegt werden, kann auch er sich nicht mehr länger im Studio verstecken.
 

Über Van Dyke Parks

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Hold back time

Van Dyke Parks

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Van Dyke Parks Anfänge
Van Dyke Parks schon immer mittendrin: In den 50ern, als Kinderstar in Hollywood, in den 60ern als Musiker in Kalifornien.
Sein erster Job als Arrangeur war der Hit aus dem Dschungelbuch. Auch wenn man es dem Song nicht anhört, für Van Dyke Parks steckt dahinter eine tragische Geschichte.
In Los Angeles feilte damals gerade ein anderer ambitionierter junger Musiker an einer neuen Platte: Brian Wilson, Mastermind der Beach Boys. 
Er wollte endlich weg vom Bikini- und Surfbrett-Image – und lieber eine Experimental-Platte aufnehmen. 
Dafür holte er sich Hilfe von Van Dyke Parks. Schließlich war der in kalifornischen Hipsterkreisen als Supertexter und genialer Arrangeur bekannt. Die beiden schrieben Smile. Das vielleicht legendärste Album der Beach Boys überhaupt. Denn es wurde nie fertig. 
Weil den anderen Beach Boys und ihrem Plattenlabel Brian Wilsons neuer Sound zu durchgeknallt war und Van Dyke Parks Texte zu bekifft.
Deshalb machte Van Dyke Parks lieber erstmal sein eigenes Ding. Und verarbeitete seine Hollywood-Erfahrungen in eigenen Songs. Als Ex-Kinderstar kannte er das schon. Nur leider trafen die Songs über das Hollywoodgift mal wieder nicht so ganz den Massengeschmack.

Sein Lieblingsplatz
Am liebsten verschanzt er sich hinter einem ganzen Orchester. Oder bittet Leute wie Daniel Rossen von Grizzly Bear oder Robin Pecknold von den Fleet Foxes zu sich auf die Bühne.
Sonst komponiert er selbst oder nimmt Auftragsarbeiten an. Zum Beispiel von jungen Kollegen wie Joanna Newsom, Silverchair oder Skrillex. Die rufen ihn an, weil er ihre Songs nicht auseinandernimmt, sondern das Orchester drauf antworten lässt. 
Und mit diesem Geheimrezept ist der Meister der Avantgarde heute mitten im Musikolymp angekommen.

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