Süßes Mitleid

Böser Humor und Sinn für’s Absurde: Babis Makridis braucht keine Krise, um sich das Schlimmste auszudenken. In seinem neuen Film Pity erzählt der griechische Regisseur die Geschichte eines mitleidsüchtigen Anwalts.

Der griechische Regisseur Babis Makridis liebt das Leid, um genau zu sein: das Mitleid. Seine melancholische Ader kultivierte er an den Ufern des an Albanien und Mazedonien grenzenden Sees seiner Heimatstadt Kastoria. Eines Tages sah er Jim Jarmushs Stranger than Paradise im Kino und beschloss, in Athen Regie zu studieren. Nach einer ersten Laufbahn in der Werbebranche drehte er 2005 seinen ersten Kurzfilm The Last Fakir. Mit Pity gewann er die Sympathien des US-Publikums beim Sundance Film Festival.

Ich mache Filme, um die Begrifflichkeit von Raum und Zeit zu verlieren. Seit 5 Jahren mache ich Filme, um ein anderer Mensch zu werden. Ich fühle mich in der Realität unwohl. Ich denke mir gerne Sachen und Geschichten aus, um alles zu vergessen, was mich umgibt. Nicht wegen der Krise, ich bin schon mein ganzes Leben so.