TRACKS NEWS / 27-06-16 / Black woman no cry
iQhiya

Black woman no cry

40 Jahre nach dem Aufstand in Soweto stellt eine Gruppe junger Südafrikanerinnen Überlegungen zum Leben der „modernen schwarzen Frau“ in einer postkolonialen Gesellschaft an.

Im Juni 1976 gingen im Ghetto von Soweto, einem Township von Johannesburg, tausende Schüler auf die Straße, um gegen die Einführung von Afrikaans, der „Sprache der Unterdrücker“, als Unterrichtssprache zu demonstrieren. Der mehrtägige Aufstand wurde blutig niedergeschlagen – mit mehr als 500 Toten. Aus diesem Weckruf an die ganze Welt entwickelte sich eine Anti-Apartheid Bewegung, die 1994 dann auch zu Abschaffung des Systems führte.

Die Künstlergruppe „iQhiya“ hat das Regime der Rassentrennung nicht selbst erlebt. Die meisten von ihnen gehören der Generation der „born free“ an, wie all die „frei Geborenen“ bezeichnet werden, die erst nach dem Ende der Apartheid das Licht der Welt erblickten. Hinter „iQhiya“ stecken elf junge Frauen, die sich zwischen postkolonialen Stigmata und feministischen Forderungen auf die Suche nach der Identität junger Südafrikanerinnen begeben. Die ehemaligen Kunststudentinnen der Universität von Kapstadt beziehen sich mit ihrem Namen auf „iqhiya“, die traditionelle Kopfbedeckung, auf der Frauen des südafrikanischen Xhosa-Stammes Wasser transportierten. Diese ist für sie ein Symbol der Stärke aber auch die Last, die auf den Schultern junger Schwarzafrikanerinnen ruht. Mit ihren Fotos, Bildern, Performances und Videos setzen sie sich dafür ein, dass sowohl das Weibliche als auch das Afrikanische in der Welt der Kunst stärker zur Geltung kommt. Ihre Werke sind Geschichten, „die vor der Kreativität von Schwarzafrikanerinnen nur so strotzen“. Sie möchten damit zeigen, was die „Schwarze der Zukunft“ ausmacht.

So stellt sich die Performance-Künstlerin Sethembile Msezane in Nachahmung bekannter Figuren wie der Freiheitsstatue oder der ärmelhochkrempelnden Arbeiterin aus der berühmten amerikanischen „We can do it“-Propaganda auf öffentliche Plätze, wobei der markante Perlenschmuck vor dem Gesicht auf keinen Fall fehlen darf.

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Sethembile Msezane Artwork Gallery

5 Fotos

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Buhlebezwe Siwani, Enkelin eines Xhosa-Königs, Plastikerin und Sangoma (Medizinfrau), lässt mit ihren Werken die Rituale ihrer Vorfahren aufleben, die den Ausschreitungen in der britischen Kolonialzeit zum Opfer fielen. Somit kämpft sie gegen das Vergessen und hebt gleichzeitig die subtilen Verbindungen zwischen Sangoma und Performance hervor.

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Buhlebezwe Siwani Artwork Gallery

5 Fotos

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