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Bruce Sterling: Ein Pioneer des Cyberpunk ist geboren

Science-Fiction-Autor, Designjournalist, Geheimdienst-Berater: Blick und Stift des Amerikaners Bruce Sterling richten sich gen Zukunft.

Bruce Sterling erblickt 1954 im texanischen Brownsville wenige Kilometer von der mexikanischen Grenze entfernt das Licht der Welt. In dem US-Bundesstaat dreht sich alles um Erdöl und überall werden neue Förderanlagen aus dem Boden gestampft. Sein Vater ist Ingenieur und arbeitet für den boomenden Wirtschaftszweig. Der kleine Bruce verschlingt bereits als Kind sämtliche Ausgaben des amerikanischen Science-Fiction-Magazins „Amazing Stories“, das 1926 zum ersten Mal herausgegeben wurde. 

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Amazing Stories

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In der Fantasiewelt des Jungen treffen die Romane Jules Vernes auf die Maschinen, die seit dem 19. Jahrhundert die Eroberung des Weltalls von den Lüften bis zur Tiefe des Meeres ankündigen. 1976 schließt der damals 22-Jährige sein Journalismusstudium an der Universität Austin ab. Bereits seit zwei Jahren konzentrierte er seine Energie bereits auf andere Projekte: Er nimmt er am „Turkey City Writer’s Workshop“ teil, einem Workshop für Science-Fiction-Schriftsteller. Mitstreiter sind unter anderem George R.R. Martin, Autor von „Game of Thrones“ und Harlan Ellison, Drehbuchautor von „Star Trek“. Er ist es auch, der 1977 Sterlings ersten Roman „Der Staubozean“ herausbringt. 

1986 veröffentlicht er den Science-Fiction-Sammelband „Mirrorshades: The Cyberpunk Anthology“ mit Texten von William Gibson, Rudy Rucker und anderen Vorreitern des Genres. Bruce verfasst auch das Vorwort des Bandes und seine Botschaft ist eindeutig: Die Science-Fiction-Grenzen müssen überwunden werden.

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Mirrorshades : The Cyberpunk Anthology

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Dieses Jahr feiert der Cyberpunkt nun seinen 30. Geburtstag. Das Motto: Die Zukunft ist nicht mehr nur eine Reise durch den Weltraum oder ein Stelldichein mit schlecht erzogenen Außerirdischen. Während Punks neuen Technologien eine gehörige Portion Skepsis entgegenbrachten, sind Cyberpunks ganz heiß darauf. Billy Idol, der Vorreiter des englischen Punk ist von dem neuen Trend so überzeugt, dass er die Seiten wechselt und 1993 das Album „Cyberpunk“ herausbringt, welches auf Diskette verkauft wird – eine Weltneuheit.

Billy Idol - Shock To The System
Shock to the System - Billy Idol
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Auch für Hollywood ist die literarische Strömung ein gefundenes Fressen. Von „Blade Runner“ über „Matrix“ bis hin zu „Mad Max“, die Serie „Mr. Robot“ oder „Johnny Mnemonic“ – eine neue Heldengeneration ist geboren: Der Pirat der Zukunft alleine gegen das System. Dreißig Jahre später ist nun eine der großen Prophezeiungen des Cyberpunks Realität geworden. Der Krieg wird mittlerweile im Netz ausgetragen. Das Anonymous-Kollektiv bringt internationale Unternehmen zum Zittern und Whistleblower wie Julian Assange oder Chelsea Manning erschüttern mithilfe des Internets die sonst so allmächtigen Vereinigten Staaten.

Johnny Mnemonic - Official® Trailer [HD]
Johnny Mnemonic - trailer
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Science-Fiction, wie man es von Kinderzimmer-Tapeten kennt, ist Bruce Sterlings Albtraum. Bei ihm dreht sich alles darum „wie wir in Zukunft handeln“. Der Autor ist überzeugt davon, dass sich die technologische Entwicklung nicht aufhalten lässt, glaubt jedoch nicht, dass diese immer einen Fortschritt darstellt. Die Rettung besteht für ihn in der Fähigkeit, das System zu hacken. In rund zehn Romanen legt der amerikanische Visionär die Grundsteine des Cyberpunk, der später auch den Manga-Zeichner Masamune Shirow, Erfinder von „Ghost in The Shell“, beeinflussen soll. Der 1995 herausgebrachte gleichnamige Anime-Film dient dann den Wachowski-Geschwistern vier Jahre später als Vorbild für ihr Werk „Matrix“.

Ghost in the Shell - trailer
Ghost in the Shell - trailer
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