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Clayton Patterson: Bitte lächeln, Sie sind im Bild

Clayton Patterson ist als Künstler, Photograph und Historiker jener Subkulturen, mit denen sich seine Werke beschäftigen, ein unverzichtbarer Bestandteil der Lower East Side in Manhattan.

Tompkins Square Park, Manhattan, 1988: Bei der Räumung des Obdachlosenlagers im Park durch die Polizei kommt es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Clayton Patterson wird verhaftet, weil er die Ereignisse filmt. Nach der Freilassung steht er seinem Freund Ai Weiwei Modell und fordert den Rücktritt des New Yorker Bürgermeisters, Ed Koch. Mit seinen Amateuraufnahmen war Patterson ein Vorläufer des Bürgerjournalismus.

Tompkins Square Park riot (1988)

@ Wikipedia

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Bevor der gebürtige Kanadier 1979 nach New York kam, hatte er in seiner Heimatstadt Calgary sowie in Edmonton und Halifax Kunst studiert. Er arbeitete dort zunächst als Lithograph und Drucker für verschiedene Künstler, bis er schließlich seine zukünftige Partnerin Elsa Rensaa traf, mit der er Kanada in Richtung New York verließ.

Clayton Patterson

@ Wikipedia

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Seitdem durchstreift er sein neues Heimatviertel, die Lower East Side, auf der Suche nach Motiven. Besonders faszinierend wirkt seine Nachbarschaft – Drogensüchtige, Prostituierte und Gangmitglieder – auf ihn, eben jenes New York, über das sich die klassischen Medien vornehm ausschweigen. So vermittelt er einen tiefen Einblick in eine städtische Parallel-Kultur.

SaveNYC: Clayton Patterson
SaveNYC: Clayton Patterson
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Als Aktivist der NO!art-Bewegung setzte er sich dafür ein, dass auch Künstler, die nicht der Szene angehören, in Museen ausstellen können, und kämpfte für die erneute Legalisierung des Tätowierens in New York. Auch wenn heute in der Lower East Side nicht mehr viel von der Gegenkultur der 80er-Jahre zu spüren ist, dokumentiert der 67-jährige Patterson sein Viertel nach wie vor leidenschaftlich.

Eine Reportage von Anne-Cécile Genre