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Cyborg: davon träumen die Fans von Droiden und Mutanten

Was wäre, wenn Roboter Lebewesen und die post-apokalyptische Welt von Mad Max Realität wären? Davon träumen die Fans von Droiden und Mutanten. Küchenmixer, automatische Lackierstraßen und Kartoffelsortiermaschinen sind schon lange bekannt. Doch für die Cyborg-Künstler gehört der Roboter, der nur dem Menschen dient, der Steinzeit an. Ihre Kreaturen sind zu nichts nutze und ernähren sich aus Mülltonnen und Schrottplätzen Ein postapokalyptischer Albtraum, in dem lebende Maschinen die Macht an sich reißen. Seit über vier Jahren ist das „Festival Souterrain Porte 5“ in Nancy der Körperkunst gewidmet. Dieses Jahr sind hier sämtliche Cyborgs der Erde versammelt.
 

Robocross

Die Roboter von Robocross aus Berlin eröffnen den Ball mit einem Ramones-Klassiker. Robocross ist eine Fusion aus den zwei Leidenschaften seiner Gründer: Roboter und Motocross - aus Letzterem borgen sie sich die nötigen Einzelteile. Sämtliche Bewegungen der Roboter sind computergesteuert, und alle Fingerbewegungen des Gitarristen erscheinen auf dieser virtuellen Partitur. Schöpfer der Kreaturen von Robocross ist Frank Barnes, ein englischer Punk, der seit seinem 18. Lebensjahr in Berlin lebt. Seine Metallfantasien funktionieren überwiegend mit Pressluft. Rostfrei, unermüdlich und ohne Sozialversicherung sind sie gern gesehene Gäste auf sämtlichen Festivals der Erde. 

Robocross

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Robocross

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Lyle Doghead

Als eingefleischte Punks sind Cyborg-Künstler wahre Meister des „Do it yourself“. Der Rohstoff für Lyle Dogheads Kreaturen sind Citroen-2CV. Der Mechaniker lebt seit über acht Jahren in Italien, mit Blick auf einen der größten Schrottplätze des Landes. Eine wahre Fundgrube, aus der 2006 ein mechanischer Hund entstand. Des Gassigehens überdrüssig, lässt sich Lyle auf eine neue Herausforderung ein : Lrry-1, der feuerspeiende Büffel!
 

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Lyle Doghead

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Mutoid Waste Company

Lyle Doghead recycelt Fahrräder, Rasenmäher, Waschmaschinen und Toaster, um seinen Mutanten Leben einzuhauchen. Die Leidenschaft für das Verfremden lernt Kyle, als er Mitte der 80er die englische Künstlertruppe Mutoid Waste Company trifft. Die Künstler entstammen allesamt der No-Future-Bewegung und ziehen durch die Straßen Europas und Australiens. Durch sie werden Filme wie Mad Max oder Zeichentrickhelden wie Judge Dredd Realität. Als Free Partys angesagt sind, bauen Mutoid Waste Kulissen für die Techno-Generation. Ein postapokalyptisches Delirium, angeführt von Joe Rush, Hausbesetzer und Organisator der wilden Londoner Partys im Jahre ´84. Er ist der Kopf der Hi-Tech-Barbaren. 

Mutoid Waste Company

Scribol Art & Design

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Mutoid Documentary I

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Mutoid Documentary

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Electric Circus

In Amsterdam dringt die Cyborg-Kunst mit Electric Circus in die Welt der Marionetten vor. Geppettos Traum, Marionetten eine Seele zu verleihen, wird wahr. Dank der Vereinigung eines Erfinders Fred Abels mit einer Puppenspielerin - Mirjam Langemeijer - sorgen die ultrarealistischen Spezialeffekte der Animatronics – bis dahin dem Film oder den Vergnügungsparks vorbehalten - für Zulauf im Straßentheater. Ihre letzte Kreation heißt Dirk. Ein Obdachlosenautomat, dessen Bewegungen ferngesteuert werden. Er bettelt so echt, dass er in Deutschland beinahe von Wachmännern verhaftet wurde.

Electric Circus

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Dirk the homeless robot/www.electric-circus.eu

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Dirk the Homeless

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The Lords of Ligthning

Einen Toten zum Leben zu erwecken, war der Traum von Dr. Frankenstein, dem Helden aus Mary Shelleys Roman von 1818. Hundertdreizehn Jahre später verkörpert Boris Karloff die dem Totenreich entrissene Kreatur. Frankensteins Geheimnis? Der Blitzschlag. Nur er ist in der Lage, Lebensenergie zu spenden! Die Lords of Lightning bändigen Blitze. Sie tragen Neoprenanzüge mit acht Kilo schweren Kettenanzügen darüber, die normalerweise bei der Jagd auf weiße Haie zum Einsatz kommen. Diese menschlichen Blitzableiter stecken 3 Millionen Volt weg, ohne zu verbrennen. 
 

The Lords of Lightning @Fuji Rock 08

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The Lords of Lignhtning

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Reportage: Gianni Collot