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Das Sound Central Festival in Kabul

Inmitten von Aufständen und Anti-US-Protesten versuchen in Kabul ein paar Überzeugungstäter tatsächlich ein modernes Musik-Event auszurichten. 

Die, die dabei waren, werden wohl noch Jahre davon erzählen: Das Sound Central Festival 2012 in Kabul! Dank Crowdfunding und einer Finanzspritze der tschechischen Botschaft wurde das DIY-Festival mit freiem Eintritt und mehr als 20 internationalen und afghanischen Bands auf die Beine gestellt.  
Und deshalb spielen auf seinem Festival Bands wie „Kabul Dreams“, die in Afghanistan bereits Megastars sind. Sie waren nach der Taliban-Zeit die erste Rockband des Landes und sind Vorbilder für viele Newcomer.

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Alternative Musikszene in Kabul
Langsam entwickelt sich so etwas wie eine echte alternative Musikszene in Kabul. Und zu der gehören auch die Jungs der Psychedelic Metalband District Unknown. 
District Unknown sind der neue Shooting Star in Kabul und wollen nichts weniger, als den Afghanen Doom Metal näher bringen.
Die Größenordnung von 600 Fans, die 2012 zum Sound Central Festival gekommen sind, ist allerdings auch für District Unknown respekteinflößend neu.
Eine erstaunliche Entwicklung in einem Land, in dem weltliche Musik bis vor einigen Jahren noch verboten war. 
Popkultur und zeitgenössische Kunst in Afghanistan müssen kämpfen: mit den Umständen, gegen Vorurteile und gegen Extremisten. Das Festival gibt afghanischen Musikern die rare Möglichkeit, sich mit internationalen Bands auszutauschen. Doch aus Angst vor wütenden Islamisten haben 2012 viele der ausländischen Künstler in letzter Minute abgesagt. 
Andere wie Omar Farook aus Pakistan sind gerade deshalb gekommen. Aus Solidarität.

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Frauen auf der Bühne
Und das gilt besonders für junge Frauen die es wagen, öffentlich aufzutreten. Wie Ariana Delawari. Die Singer-Songwriterin ist in Afghanistan aufgewachsen, lebt mittlerweile aber in Los Angeles. 
Ariana ist für das Festival in ihre Heimat zurückgekommen, um vor allem den jungen Frauen im Land Mut zu machen, sich auf die Bühne zu trauen.
Tatsächlich ist es schwer vorstellbar, dass diese extrem konservative Gesellschaft in absehbarer Zeit Frauen auf der Bühne akzeptiert. Andererseits gibt es bereits kleinere Veränderungen. Man muss sie nur wahrnehmen.
Rapperin Ramika stellt sich auf dem Festival ziemlich spontan auf die Bühne und holt zu einem provokanten Rap über die neue Generation in Afghanistan aus und über die vielen Dinge, die sich ändern müssen.
Da spricht tatsächlich eine neue Generation – zumindest der gut ausgebildete, wohlhabende Teil davon. Der ist zwar überschaubar, aber wird durch Festivals wie das Sound Central vielleicht auch im Rest Afghanistans gehört.

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