TRACKS NEWS / 22-12-12 / Dead Can Dance - Die Darkwa...

Dead Can Dance - Die Darkwave lässt Tote auferstehen

Eine Prise Gothic, ein paar indische Glöckchen, ein tüchtiger Schuss papuanische Beats und dazu ein gälischer Alt: Zu den Klängen von Dead Can Dance tanzen nicht nur  die Toten! 14 Jahre nach ihrer Auflösung feiern Dead Can Dance ein Comeback – auf ihrem neuen Album und ihrer ausverkauften Welttournee wirken die „tanzenden Toten“ immer noch sehr lebendig.

Hier in Melbourne beginnt die Lebensgeschichte von Lisa Gerrard und dieser ethnische Schmelztiegel prägt ihren Werdegang bis heute. 1961 als Tochter irischer Einwanderer geboren, wächst sie in einem Viertel mit türkischen, griechischen und chinesischen Migranten auf. Brendan Perry kommt 1959 in London zur Welt, doch seine Familie siedelt bald ins neuseeländische Auckland über. Als Jugendlicher spielt Brendan Gitarre, verabscheut aber die endlosen Solos zeitgenössischer Bands. Als sich der Punk 1977 auch in Neuseeland verbreitet, ist das ein Befreiungsschlag für den 18jährigen, der sich Hals über Kopf in die Szene stürzt. In seiner Stadt tut sich eine Band besonders hervor: die Scavengers, wörtlich „Aasfresser“.1980 – nach einem der letzten Konzerte mit den Scavengers – trifft Brendan eine Punkerin aus Melbourne: Lisa!

 

Dead Can Dance

Die Internetseite

+
-

Brendan und Lisa sind nach diesem Erlebnis unzertrennlich, auf der Bühne, wie im Leben. 1981 zieht Brendan nach Melbourne und gründet Dead Can Dance, zu Beginn - um Privatleben und Job nicht zu vermischen – noch ohne Lisa. Doch eine kleine JamSession in ihrem Haus bringt die Offenbarung. Von nun an gehört Lisa zur Band. Mitten in der Post-Punk-Ära schafft das Duo Dead Can Dance eine ätherische und düstere Klangwelt, und bekommt damit das Gothic-Etikett verpasst. Doch Brendan hat eine starke Abneigung gegenüber Schubladen-Denken.

Dead Can Dance - The Host Of Seraphim

06m57

Dead Can Dance - The Host of Seraphim

06m57

+
-

1982 zieht das Paar nach London und geht beim gleichen Label unter Vertrag wie Bauhaus, Birthday Party und die Cocteau Twins: 4AD. Zehn Jahre lang bleibt die Musik von Dead Can Dance ein Geheimtipp, bis die Band 1992 einige Songs zu dem Film „Baraka“ beisteuert – einer abendfüllenden Dokumentation ohne Darsteller und Dialoge, gedreht an 152 Orten in 23 Ländern. Für Dead Can Dance bedeutet das den Durchbruch. Lisa setzt hier ein Instrument ein, das selten so atmosphärisch klingt: Das Akkordeon! Im Jahr 2000 verwendet Ridley Scott ein Stück von Dead Can Dance für seinen Sandalenfilm “Gladiator”. Dadurch werden die beiden Musiker – die 1998 ihre Band auf Eis gelegt hatten - zum Lieblingskind von Hollywood und schreiben unter ihren Geburtsnamen über zehn Soundtracks. Es ist vor allem Lisas Stimme, die alle fasziniert. Das Bemerkenswerte dabei: Sie singt nie auf Englisch, sondern in einer Sprache, die sie als kleines Mädchen erfunden hat.
 

Gladiator - Trailer Deutsch / German

01m31

Trailer - Gladiator

01m31

+
-

Report: Gianni Collot
Kameramann: Diego Monet
Tonmeister: Bruno Banqui