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ZOMBIE.

George Romero, Meister des Zombiefilms, aber nicht nur

Im Dezember widmet die Cinémathèque française dem im Sommer verstorbenen amerikanischen Regisseur eine Retrospektive. Romero wurde mit Nacht der lebenden Toten berühmt. Doch auch seine Nichtzombiefilme haben einiges zu bieten.

Romero wurde im New-Yorker Stadtteil Bronx als Sohn einer litauischen Mutter und eines spanischen Vaters geboren. Im Alter von 27 Jahren gründete er mit Freunden eine Produktionsgesellschaft und drehte mit geringsten Mitteln im Umland von Pittsburgh Nacht der lebenden Toten, der 1968 in die Kinos kam. Damit erschuf er in schwarz-weiß die Figur des Untoten, die als politische Endzeit-Metapher der westlichen Gesellschaften des späten 20. Jahrhunderts in die Popkultur Einzug fand. Heute genießt Nacht der lebenden Toten bei Underground-Kino-Freaks und bei Filmwissenschaftlern Kultstatus und gilt überdies als erhaltenswertes öffentliches Kulturgut. Also ran an die Bildschirme!

Romero ging als Meister des Zombie-Horrors in die Geschichte ein. Doch in einigen seiner Filme pflegen die Toten brav der ewigen Ruhe.

Knightriders – Ritter auf heißen Öfen (1981)

Knightriders - Ritter auf heißen Öfen (nicht zu verwechseln mit Knight Rider, der Serie mit David Hasselhoff alias Michael Knight und seinem sprechenden Auto K.I.T.T.) spielt in den 1970er Jahren und handelt von einer dem Rittertum verpflichteten Biker-Gang, die unter Führung von Schauspieler Ed Harris (hier in einer seinen ersten großen Rollen) vor schaulustigem Publikum mittelalterliche Turniere nachspielt und dabei ins Spannungsfeld zwischen einem überkommenen Ehrencodex und den Zwängen des modernen Lebens gerät.e.

Der Affe im Menschen (1988)

Dieser erste von Romero im Studio gedrehte Film handelt von einem Studenten, der beim Joggen von einem LKW erfasst und schwer verletzt wird. Vom Hals abwärts querschnittsgelähmt, kann er sich nur schwer mit seinem neuen Dasein abfinden – bis ihm ein befreundeter Wissenschaftler ein im Labor gezüchtetes, überaus intelligentes und trainiertes Äffchen schenkt, das ihm den Alltag erleichtern soll ...

Stark - The Dark Half (1993)

Romero, der bereits für Creepshow mit Stephen King zusammenarbeitete, verfilmt hier Kings autobiografisch eingefärbten Horrorroman Stark – The Dark Half. Im Mittelpunkt steht ein Schriftsteller, der von seiner eigenen Erfindung eingeholt wird: Nachdem er sein Pseudonym, unter dem er jahrelang erfolgreich Horrorromane schrieb, preisgegeben und offiziell beerdigt hat, erwacht jene „dunkle Hälfte“ zum Serienmörder. Romeros Drehbuch wimmelt von Verweisen auf die Blockbuster-Filmproduktion. Doch Zombie-verdächtig? 

Tracks traf Romero 2005 kurz nach Erscheinen von Land of the Dead, dem vierten Teil seiner so genannten „Live Dead“-Reihe.