Die Rapperin Haiyti hat vor nichts Angst

„Haiyti will ja Hollywood – hat sie aber nicht“. So beschreibt sie selbst ihr Image. Die Hamburgerin hat gerade ihr offizielles Debütalbum „Montenegro Zero“ veröffentlicht und damit eine Art Pop-Revolution ausgelöst. Sie selbst beschreibt sich derweil lieber als Gangsta Rapperin – wenn schon Pop, dann Gangsta Pop. TRACKS will wissen, was es mit all dem auf sich hat und trifft Haiyti in ihrer Heimatstadt auf einer leeren Trabrennbahn – wo sonst.

Ausgerechnet eine Hamburgerin ist die Rädelsführerin einer neuen Rap-Avantgarde-Bewegung, mit der sie selber schon gar nichts mehr zu tun hat: Haiyti aka Ronja Zschoche. Auf dem Debüt ist kein einziges Feature. Bis vor kurzem war Hamburgs Bedeutung für Deutschrap fast nur noch historisch - old-school eben. Haiyti rechnet jetzt mit der alten Schule ebenso unsentimental wie musikalisch einprägsam ab.

Die Laibach-Referenz im Video ist natürlich gewollt und zeigt zugleich, was Haiyti so besonders macht, im Vergleich mit ihren Rap-Zeitgenossen.

Einer ihrer größten Songs ist Ein Messer, eine Kooperation mit dem Produzententeam Kitschkrieg. James Blake lässt grüßen.

Haiyti hat vor nichts Angst – weder vor der Avantgarde, noch vor Pop und schon gar nicht davor, alles in die eigenen Hände zu nehmen.

Jetzt erschien am 12. Januar 2018 Ihr Debütalbum "Montenegro Zero" – nach drei albumlangen Mixtapes, zwei EPs und diversen Singles und Kollabos allein in den letzten zwei Jahren.