Idles: Stinkefinger und Hand aufs Herz

Die Musik der Idles versetzt zurück ins England der Siebziger, ins goldene Zeitalter des Punks. Die Band verarbeitet ihren Frust und ihre Empörung über die neue britische Regierung in engagierten Texten und wildem Punksound. 

IDLES - MOTHER
IDLES - MOTHER
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Die Idles wurden 2012 in Bristol gegründet und brauchten einige Jahre, um zu einem eigenen Stil zu finden. Roh und wild klingt ihr erstes Album „Brutalism“ von 2017, auf dem sie mit dem britischen Konservatismus und dem zeitgenössischen Starkult abrechnen. Jetzt gelten die Idles gemeinsam mit Sleaford Mods, dem modernen „Working Class Hero“, als vielversprechendste Newcomer des engagierten Punks.

Joe Talbot, Sänger:
„Die Leute wollen nicht mehr angelogen werden. (…) Wo kein Geld ist, ist kein Raum für Fantasien. (…) Man will Realismus, weil einen alles erschöpft. Die Schwarzen wollen gehört werden, die Frauen wollen gehört werden, die Armen auch. Nach so etwas kann ich einfach keinen Puff Daddy hören. Wenn man sechzig Stunden die Woche arbeitet, gehen einem die Kardashians sonstwo vorbei. Diesen Scheiß schlucke ich nicht. Das ist widerlich.“

Joe Talbot wuchs als Sohn eines engagierten Künstlers auf; die Offenbarung kam 2015 mit dem Tod seiner Mutter. Als Krankenpfleger sorgt er sich um die Zukunft des britischen Gesundheitssystems und empört sich über die Sozialpolitik seines Landes. 

IDLES - WELL DONE
IDLES - WELL DONE
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Anlässlich ihres Auftritts beim Pop Kultur Festival in Berlin haben Sänger Joe Talbot und Gitarrist Mark Bowen in der Tracks-Plattenkiste gekramt.