TRACKS NEWS / 27-12-13 / Jesus Franco

Jesus Franco

Ein Regisseur auf Entdeckungsreise durch alle Filmgenres, die es gibt. Jesus Franco, der Salvador Dali des Zelluloids, macht keine halben Sachen.

Mondo Movie, Genrekino, Exploitation - Jesús Franco Manera ist der Bad Boy des spanischen Kinos. Von der offiziellen Geschichtsschreibung ignoriert, wird er zur lebenden Legende der Gegenkultur. “Jess Frank", "Rosa Maria Almiral", "Clifford Brown" oder "Lulu Laverne"… An manches seiner vielen Pseudonyme erinnert er sich selbst nicht mehr. Der ehemalige Jazzmusiker hat fast 200 Filme gedreht, und wenn er einen Produzenten für den sechsten Film innerhalb eines Jahres sucht, macht er das lieber unter einem Decknamen, um niemanden zu verschrecken. Der ehemalige Regieassistent von Orson Welles ist nie ohne Muse und Lebenspartnerin Lina Romay unterwegs. Die Rollen, die sie in seinen Filmen spielt, sind immer dämonisch und oft erotisch. Der 1930 geborene Anarchist verlässt in den 60ern sein Geburtsland Spanien wegen des faschistischen Francoregimes. Sein Exil führt ihn 10 Mal um die Welt, immer auf der Jagd nach Dreh- und Aufführungsorten für seine Filme. Jesús Franco wird für Diktator Franco schnell zum roten Tuch. Der Generalissimo regiert von 1939 bis zu seinem Tod 1975 über Spanien und macht das Land zur letzten europäischen Bastion des Faschismus. "Der schreckliche Dr. Orloff" beschert Jesús 1961 den Durchbruch. Die spanische Antwort auf die blutrünstigen Horrorfilme der britischen Hammer-Studios, die damals in keinem Hinterhofkino fehlen dürfen. 

La Cinémathèque Française

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Seine ersten Gehversuche macht Jesùs im Musical, der einzigen Form des Films, die vom Franco-Regime gefördert wird. Doch schon bald schwenkt er aufs Genrekino um und knöpft sich Horrorlegenden vor. Low Budget, versteht sich, und auch die Dialoge spart er sich am liebsten. Anfang der 70er entdeckt er seine Vorliebe für Pornos und krempelt sämtliche Konventionen des Erotikgenres um. Mit "Vampyros Lesbos" dreht Jesus 1970 seinen ersten Kultfilm. Eine Paraderolle für Soledad Miranda , genannt “Die blutige Königin“. Die vielversprechende spanische Schauspielerin mit der langen Mähne stirbt mit 27 bei einem Autounfall. Dank dieses Films wird Jesús exkommuniziert.