Rapperin! Poetin! Shootingstar!

Andere retten den Rock’n’Roll, Kate Tempest entstaubt die Poesie.

Kate Tempest aus London hat in den letzten Jahren so ziemlich jede Jahresbestenliste erobert. Und das mit einer lange verkannten, etwas sperrigen Kunstform: Poesie. Mit den Klassikern der Literatur wurde sie schon früh angefixt. Allerdings nicht im Englischunterricht, sondern ganz und gar freiwillig.

„Ich liebe die alten Geschichten, die griechischen Klassiker und Mythen. Zum Beispiel Sophokles. Das war meine ganz persönliche Dichter-Schule. Ich habe das selbst freiwillig aus Leidenschaft gelesen. Die Schule habe ich schon mit 14 geschmissen, ich hatte einfach keinen Bock drauf“, sagt Kate Tempest über ihre Literatursozialisation.

Ihre eigenen Texte handeln deshalb von den Göttern und Mythen des modernen Londoner Alltags – und genau wie bei den antiken Vorbildern geht es um die ganz großen Dramen. Nur dass ihre Götter auf Raves Pillen schmeißen, ungeschützten Sex haben und zu viel auf Facebook unterwegs sind.

(Originalbeitrag vom 21.02.2015)

Kate Tempest and Battersea Arts Centre on tour: Brand New Ancients

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Kate Tempest – Brand New Ancients

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