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"Last Shop Standing" - Soundtracks of Lives-Beschaffer vom Aussterben bedroht!

Plattenläden gehörten früher zu jeder anständigen englischen Highstreet wie Marks & Spencer’s, Pubs und Fish & Chips. Doch der versierte Tonträgerfachhandel steht auch im Mutterland des Pop auf der Roten Liste der aussterbenden Fußgängerzonengattungen.

Platten suchen ein Zuhause!

Allein in den letzten Jahren mussten fast 500 unabhängige Plattenläden in ganz Großbritannien dichtmachen. Das bemerkte auch Ms Jones und brachte ihren Neffen, den Autor und Musikvertriebsmitarbeiter Graham Jones, 2009 darauf, ein Buch über die bedrohte britische Kulturinstitution der Recordshops zu schreiben.

Daraus entstand jetzt der Film „Last Shop Standing“. Für den fuhr Graham Jones zusammen mit dem Regisseur Pip Piper hunderte Kilometer durch England, um Plattenläden von Brighton bis Sheffield, von Yeovil bis Chesterfield abzuklappern. Graham Jones kannte die Misere, die sie dort oft erwartete schon  – er war jahrzehntelang Musiklabelvertreter.

LAST SHOP STANDING - OFFICIAL TRAILER

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Offizieller Trailer zu "Last Shop Standing"

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Vinyl-Revival und Hipsterfaktor

Unterwegs ließen sich die beiden Filmemacher die Geschichten der britischen Recordshops erzählen, stockten ihre Plattensammlung auf und trafen prominente Vinyldigger wie Paul Weller, Richard Hawley und Johnny Marr in den Läden, die ihnen zum Soundtrack ihres Lebens verholfen haben. Nicht zuletzt deswegen ist die Doku „Last Shop Standing“ ein Schlachtruf gegen das Aussterben der kleinen Plattenläden. Es geht schließlich um  den Niedergang einer ganzen Kultur!

Dank Vinyl-Revival und Hipsterfaktor läuft es für die englischen Plattenläden wieder ein bisschen besser. Um 40 Prozent sind die Vinyl-Verkäufe nach oben geschnellt im letzten halben Jahr. Und zum ersten Mal seit Jahren wurden in den letzten Monaten mehr neue Läden eröffnet, als alte schließen mussten. Deshalb hebt der Film auch nicht den Zeigefinger. Braucht er auch gar nicht.

Reportage: Tine Richter