Der Porno wirft sich in Schale

Was haben Hummer mit Feminismus zu tun?
In ihrer „Lobsta Porn“-Filmreihe veranschaulicht die amerikanische Künstlerin Rebecca Goyette anhand des Schalentiers ihren Kampf für die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau. 

Die Filme von Rebecca Goyette sucht man im Internet vergebens – sie wurden wegen anstößiger Inhalte zensiert. Dabei enthalten sie weder nackte Menschen noch Geschlechtsverkehr!

Mit seinem beeindruckend langen Schwanz und seinen zehn Beinen eignet sich der Hummer bestens als Fetischobjekt. Auch Rebecca Goyette aus Massachusetts erlag ihm, als sie vor zehn Jahren ein Buch über das Liebesleben des Schalentieres las. Der weibliche Hummer attackiert das Männchen und besprüht es vor dem Geschlechtsakt mit einer aphrodisierenden Substanz.

Rebecca Goyette, Künstlerin:
„Die Filme der ‚Lobster Porn‘-Reihe machen deutlich, wie sehr der Geschlechtsakt in Pornofilmen auf das männliche Geschlechtsteil reduziert wird. Das will ich zeigen. Es ist etwas, das wir als Frauen von den Männern übernommen haben. Ich liebe Männer, ich liebe Schwänze, ich liebe zwei Schwänze auf einmal, ich brauche immer mehr Schwänze – und gleichzeitig läuft etwas falsch, wenn unsere sexuelle Lust immer nur auf den Schwanz reduziert wird.“

Doch der feministische Aktivismus der Rebecca Goyette geht noch weiter: Anfang 2017 tat sie sich mit dem Künstler Brian Whiteley zusammen, der mit seinem Trump Tombstone bekannt wurde. Gemeinsam inszenierten sie das im Januar kursierende Gerücht, der amerikanische Präsident habe sich mit russischen Prostituierten sexuellen Pinkelspielen hingegeben. 

Golden Showers: A Sex Hex
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Im letzten August wurde Rebecca Goyette von Marie Beckmann und Julie Gaspard der Feministinnengruppe EVBG nach Berlin eingeladen, wo sie gleich einen neuen Hummerfilm drehte. Er heißt „Crustacean Temptation“ und wird demnächst auf Festivals losgelassen.

Rebecca Goyette

Website

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Artist Behind Donald Trump Gravestone

New York Times Artikel

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