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Mad Art: Primitive Kunst und verrückte Künstler

Ihre Welt spielt verrückt und vielleicht ist gerade deshalb ihre Kunst genial: Wir entführen euch auf eine Reise ins Land der Mad Art!

In Lüttich, etwa 100 Kilometer vom beschaulichen La Hesse entfernt, teilt sich das Museum MAD den Platz mit Belgiens größtem Jahrmarkt. Das "Museum für differenzierte Kunst" hat seit seiner Gründung 1998 über 2.000 Kunstwerke aus aller Welt erworben. Sie alle stammen von Menschen, die der Volksmund als "verrückt" bezeichnet, also von geistig Behinderten oder psychisch Kranken. Der heutige Direktor des MAD heißt Pierre Muylle - ehemaliger Kurator des Genter Museums für zeitgenössische Kunst.

Museum für differenzierte Kunst

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DOMINIQUE THÉÂTE

Der 1968 in Lüttich geborene Dominique Théâte hat mit 18, kurz vor dem Gang zur Kunsthochschule, einen schweren Motorradunfall und liegt fünf Monate im Koma. Nach einer intensiven Reha kann er seine rechte Hand wieder bewegen und macht sich an die Arbeit. Inspiriert durch sein Ausweisbild beginnt er eine Reihe von Selbstporträts, die im MAD ausgestellt sind. In seiner Serie "Schema meines Körpers" zeigt er sich in seinen Wunschrollen – an der Seite hübscher Frauen oder in schnellen Autos. Fasziniert von seinem Stiefvater Jackie, der dem Wrestler Hulk Hogan sehr ähnlich sieht, bringt Dominique zusammen mit einem Texter den Band "Hulk Hogan contre l'Orthodontiste" (Hulk Hogan gegen den Kieferorthopäden) heraus. Diese im Comic-Verlag Fremok erschienene Geschichte gehört neben "Full Coeur de Lyon" (Full Lyon-Heart), "Les Inconnus dans la Boîte" (Die Unbekannten in der Kiste) oder "La Bataille des Ardennes" (Die Ardennenschlacht) zu einer Reihe von Comics, die alle von Künstlern aus La Hesse stammen.

Dominique Théâte

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ADOLPHO AVRIL

Adolpho Avril lässt seine Muskeln nicht spielen, er steht mehr auf Druckgrafiken. Die Biographie des 1983 in Lierneux geborenen Ex-Psychiatrie-Insassen liest sich nüchtern: "schwere Kindheit mit großem psychischen Leid". Auf seine bei der Internationalen Druckgrafik-Biennale in Lüttich und im MAD ausgestellten Werke wird der Grafiker Olivier Deprez aufmerksam und zusammen erschaffen sie "Après la vie, après la mort" (Nach dem Leben, nach dem Tod).

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