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Mary Reid Kelley

Mary Reid Kelley – Dead-Body-Positivity

Was auf den ersten Blick wie ein Tim Burton-Homevideo aussieht, ist das Werk der amerikanischen Performance- und Videokünstlerin Mary Reid Kelley. Hier treffen Krieg, Suizid und die Objektifizierung des weiblichen Körpers aufeinander – das klingt erstmal nach schwerer Kost, ist aber leichter verdaulich als gedacht, da Kelley schon mal einen Darm für sich sprechen lässt.

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Bildergalerie: Mary Reid Kelly

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So wie etwa in ihrer Performance „This is Offal“. Der Phonetiker hört bei dem Titel „Fürchterliches“ heraus – genau genommen bezeichnet „offal“ aber die Eingeweide. Dieses und andere Wortspiele sind wichtiger Bestandteil Kelleys Arbeit. Denn neben einem Bühnenbild, das wirkt, als sei es einem Schwarz-Weiß-Comic entsprungen, ist auch die Sprache charakteristisch für ihre Darbietungen. Mary Reid Kelleys tragikomischen Reime geben den eher bedrückenden Themen eine satirische Leichtigkeit.

Mary Reid Kelley – Performance Room | BMW Tate Live
Mary Reid Kelley – This is Offal
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Eine Selbstmörderin liegt auf dem Obduktionstisch, während ihre einzelnen Körperteile untereinander nach dem Schuldigen suchen. Für alle, die den morbiden Dialog in seiner ganzen, organischen Form noch einmal nachlesen möchten, gibt es hier das Script zur Performance:

Doch weg von den Innereien, zurück zu den Äußerlichkeiten: Kelleys Videos bestechen durch eine spezielle, handgemachte Optik. Und obwohl der Stil unverändert und frei von Farbe bleibt, sind Kulisse, Kostüm und Make-Up alles andere als Grau in Grau. Da fällt es bei aller Maskerade auch erst auf den zweiten Blick auf, dass Kelley fast alle Rollen selbst übernimmt.

Mary Reid Kelley & Patrick Kelley - "Why Does Mary Play All the Characters?"
Mary Reid Kelley & Patrick Kelley – Why Does Mary Play All the Characters?
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Viele ihrer Arbeiten entstanden mit der Hilfe ihres Partners Patrick Kelley. Unter dem Titel „We are Ghosts“ stellt das Paar nun gemeinsam in Liverpool ihr Gesamtwerk aus. Die Ausstellung im Tate Museum läuft noch bis zum 18. März 2018.

Mary Reid Kelley: "You Make Me Iliad" | ART21 "Exclusive"
Making of „You Make Me Iliad“
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