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Miranda July, eine vielseitige Künstlerin

Sie dreht Filme, schreibt Bücher und programmiert sogar Apps: Miranda July gehört zu den vielseitigsten Indie‑Künstlern des frühen 21. Jahrhunderts.

Sie ist die Erfinderin des subversivsten Emoticons der 2000er Jahre. Ein sechsjähriges Kind zeichnet das „poop back and forth“: ))<>(( in ihrem ersten Film „Ich und Du und Alle, die wir kennen“, der 2005 auf dem Filmfestival von Cannes mit der goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Und das sagt eine ganze Menge über Miranda July aus, die ganz entspannt ihr Heimspiel genießt.

Me and You and Everyone We Know (2005) - The Walk to Tyrone Street
Me and You and Everyone We Know (2005) - The Walk to Tyrone Street
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Sie wurde im tiefsten Vermont geboren und wuchs bei ihren Eltern – beide Schriftsteller – in  Berkeley und dem Area-Bay in Kalifornien auf. Seit ihrer Kindheit in der Sonne übernimmt Miranda July sämtliche Rollen in ihren Filmen. Ihre Kurzfilme waren schnell in allen wichtigen amerikanischen Museen vertreten und seit Ende der 1990er Jahre sind ihr Lockenschopf und ihr Retro‑Look Kult. Sie nahm auch am reichen kulturellen Leben in Portland teil, wo sie nach Ende ihres Studiums einige Jahre verbrachte, bevor sie nach Los Angeles und Kalifornien zurückkehrte. Mirandas künstlerisches Schaffen umfasst Schriftstellerei, Drehbuchschreiben, Regiearbeiten, Schauspielerei, digitale Künste und sogar Musik.

Miranda July: I Began with Performance | TateShots
Miranda July: I Began with Performance | TateShots
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In ihren Romanen und Filmen übernimmt sie die Hauptrollen und beschäftigt sich mit introvertierten Persönlichkeiten, die sich mit der Welt, in der sie leben, schwer tun. Dieses Thema scheint ihr äußerst wichtig zu sein, zumal sie selbst trotz ihres großen künstlerischen Engagements sehr diskret ist. 2014 überholte die Wirklichkeit mit ihrer Smartphone-App „Somebody“ die Fiktion, damit können nämlich schüchterne Menschen einem Unbekannten in einem Umkreis von einem Kilometer den Auftrag erteilen, einem Bekannten eine sehr persönliche Nachricht zu überbringen.

Eine reportage von Anne-Cécile Genre

Bild © Daryl Peveto