Passinho – Brasiliens Befreiungstanz einer ganzen Generation

Vergesst Samba, vergesst Capoeira – wer auf den Straßen Brasiliens etwas her machen will, der muss die muss die richtigen Passinho-Moves drauf haben. TRACKS nimmt den jüngsten Rio-Favela-Tanz-Hype unter die Lupe und begleitet zwei Stars der Szene in der Zuckerhut-Metropole.

Beim Passinho geht es nicht nur um irgendein sonnigen Zeitvertreib. Der Tanz ist für die Jugendlichen in den Favelas Brasiliens oft die einzige Möglichkeit sich einen Namen zu machen – wenn nicht als Traficante a.k.a Drogendealer. Das ist nicht wichtig, wenn es darum geht bei den Girls gut anzukommen, sondern vor allem auch, um zu überleben – wie der Trailer einer Doku zeigt.

Oficial Trailer - Passinho Dance Off

02m33

Official Trailer – „Passinho Dance Off“

02m33

+
-

Seine Wurzeln hat Passinho – zu Deutsch „Schrittchen“ – als er sich um die Jahrtausendwende in den Favelas Rio de Janeiros aus Tanz-Moves auf den Baile Funk-Partys entwickelte. Mitte der Nullerjahre wurde er dann zu dem offiziellen Tanz des Baile Funk.

Wie auch mit Breakdance in den Ghettos Nordamerikas war der Passinho eine gewaltfreie Alternative, um Streitereien zu schlichten, die sonst oft in Schießereien endeten.

TRACKS trifft die Tänzer Sheick und Neguebites, sowie ihren Mentor und Förderer, Leo Justi, zu Hause in Rio de Janeiro.

Sheick über die Bedeutung von Passinho:
“Heute ist Passinho sogar noch wichtiger als früher, weil es unter den Jugendlichen so viel Gewalt gibt. Passinho ist unsere Waffe, um für den Baile Funk zu kämpfen, für unsere Kultur. Darum geht’s. Ich sage immer: ‚Wir ziehen jeden Tag in den Krieg, wir sind Funk-Soldaten, wir sind der Widerstand und unsere Uniform braucht keine Schuhe.’ Dieser Satz bringt es total auf den Punkt, was Passinho ausmacht.“