Punk-Geist, bist du da?

Punk’s not dead – und doch ist die Bewegung ist sehr viel älter, als es viele wahrhaben wollen. Ein kleiner Streifzug durch die Punk-Geschichte mit Greil Marcus, einem ausgewiesenen Experten für die Sex Pistols.

Malcolm Mac Laren : „In England konnte man damals am besten provozieren, indem man mit einem ganz einfachen Wort spielte: Sex.“

Finger weg vom Punk! Königin Elizabeth II. hat angekündigt, dass sie das 40-jährige Erscheinungsjubiläum der Sex-Pistols-Hymne „Anarchy in the UK“ gebührend feiern möchte. Joe Corré, Mitbegründer der Unterwäschemarke „Agent provocateur“ und Sohn von Sex-Pistols-Manager Malcolm McLaren, ist darüber allerdings „not amused“: Er hat im Gegenzug angedroht, seine Sammlung von Punk-Gegenständen am Tag des Jubiläums, dem 26. November, auf den Straßen von London in Flammen aufgehen zu lassen – schließlich singen die Godfathers of Punk auf ihrer 1976 veröffentlichten Single „God Save the Queen“, die Königin sei „kein menschliches Wesen“ und Teil eines „faschistischen Regimes“. Doch was ist eigentlich aus der Punk-Bewegung geworden?

Sex Pistols - God Save The Queen

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God Save the Queen - Sex Pistols

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Greil Marcus: „Punk war ein schwammiger Begriff ... er sollte nur ausdrücken, dass man in einer Sache nicht unbedingt groß bewandert sein muss, um wahre Dinge zu sagen.“

Für Greil Marcus ist Punk weder eine musikalische noch eine punktuelle Bewegung, sondern ein wiederkehrendes Phänomen in der menschlichen Geschichte. In seinem Buch „Lipstick Traces“ aus dem Jahr 1989 behauptet der Punk-Paläontologe sogar, Spuren von Johnny Rotten bei den französischen Dadaisten, bei Elvis Presley in Memphis und bei den messianistischen Ketzern des Mittelalters gefunden zu haben. Ihm zufolge kann die zerstörerische und ungeheuer kreative Kraft des Punks jederzeit ausbrechen. Seid gewarnt: Diese Woche prüft Tracks seine Theorie.

Sex Pistols - Anarchy In The UK
Anarchy in the UK - Sex Pistols
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Greil Marcus: „Hässlich war schön, falsch war richtig. Alles hatte sich ins Gegenteil verkehrt.“

Punk's not dead: Die Playlist zum Punk-Geburtstag von ARTE.

Eine Reportage von Paul Rambali
Kamera: Thierry Gautier
Ton: Antoine Benguigui