TRACKS NEWS / 25-03-16 / Return to no future
no future

Return to no future

Punk feiert dieses Jahr seinen 40. Geburtstag. Der erste Lack ist ab, und der Punk steht bereits mit einem Bein im Grab. Pogo? Das war einmal…

Die Veranstaltung ist wie der britische Humor: ein wenig absurd, leicht sarkastisch und ein bisschen sonderbar. Gerade laufen in England die Vorbereitungen für den 40. Geburtstag des Punk, gerade so, als handele es sich um ein Thronjubiläum der Queen. Apropos: Sogar Ihre Majestät gab, ohne mit der Wimper zu zucken, ihren Segen für die prunkvollen offiziellen Feierlichkeiten. Sid Vicious würde sich gehörig in seinem Grabe herumdrehen. Schließlich war er es, der 1977 der Queen mit seinen Sex Pistols gehörig vor den gekrönten Kopf stieß, indem er sie im Song „God Save the Queen“ als herzlose Faschistin beschimpfte und der Volksverdummung bezichtigte. Wenn Punk noch nicht tot ist, dann markiert spätestens das Jahr 2016 mit der offiziellen Punk-Gedenkfeier namens Punk London den Anfang vom Ende der einstigen Rebellion.

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Joe Corré, Sohn der Punk-Ikonen Vivienne Westwood und Malcolm McLaren, folgte der Devise „kill the punk“ und kündigte an, alle von seinen Eltern geerbten Punk-Gegenstände öffentlich in London zu verbrennen. Am 26. November, dem 40. Jahrestag des Erscheinens der Sex-Pistols-Single „Anarchy in the UK“, will Corré, der mit der elegant-sündigen Dessousmarke Agent Provocateur zum Großunternehmer wurde, ein kostspieliges Feuer entzünden: Rund 6 Millionen Euro sollen dabei in Rauch aufgehen – ein besonderer Beitrag zur großen Punk-Andacht, ganz nach dem Motto: „Ich werde auf eure Gräber spucken“.

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Vivienne Westwood & Malcolm McLaren

4 Fotos

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Die beiden Gestalten, mit denen sich Tracks traf, werden ziemlich sicher nicht an den Feierlichkeiten zu Punk London teilnehmen. Sie waren (echte) Punks und sind Punks geblieben (daher sind sie heute nicht sehr „vorzeigbar“): Kenn Chinn, der romantische und schwule Vorreiter des Skatepunk, und Henri-Paul Tortosa, ein französischer Gitarrenheld und Loser mit einem großen Herzen. Ihre Interviews beweisen: Punk is not dead. Zumindest noch nicht ganz…

Tracks : SNFU
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Tracks : Henri-Paul Tortosa
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