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Rogue Taxidermy - Zwischen Tim Burton und Doktor Frankenstein

Recycling in Reinkultur: Die Rogue Taxidermists fischen die Zutaten für ihre Fabelwesen aus New Yorker Mülltonnen.

Das Ausstopfen

In der Renaissance sammeln Tierpräparatoren skurrile, aus verschiedenen Tieren zusammengesetzte Fantasiekreaturen. Auch, um den damaligen Glauben an die Existenz solcher Fabelwesen zu dokumentieren. Heute mischen die schrägen Präparatoren die Kunstszene auf. Für Objekte wie den tierischen Hybrid von Maurizio Cattelan, der Tiere in ungewöhnlichen Situationen zeigt, werden Höchstpreise erzielt. Topseller sind allerdings Damien Hirsts in Formaldehyd konservierte Tiere, die zu den teuersten Werken der zeitgenössischen Kunst gehören.

Rogue Taxidermy

Die Internetseite

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Rogue Taxidermy

6 Fotos

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Nate Hill und seine Chinatown Garbage Tour

Nach seiner Schicht im Krankenhaus zerstückelt der Pfleger aus New York Tierkadaver, um sie zu einer ganz neuen Spezies zusammenzusetzen. Die Kunst von Nate Hill nennt sich “Rogue Taxidermy“, zu deutsch: „abartige Tierpräparation“. Den Hund der Großmutter ausstopfen, damit sie ihn sich ins Wohnzimmer stellen kann? Niemals! Nate sieht Taxidermie als Möglichkeit, übernatürliche Kreaturen zu schaffen. Einmal im Monat organisiert Nate bei Anbruch der Dunkelheit die Chinatown Garbage Tour. Den ganzen Abend durchwühlen die Taxidermie-Fans den Müll unzähliger Chinarestaurants auf der Suche nach tierischen Körperteilen, die sie zu Kunst machen wollen. Tierschutz wird großgeschrieben bei den Rogue Taxidermists, für ihre Objekte muss kein Tier sterben. Stinkt ein bisschen, ihr Schlaraffenland…
 

Bonnie Wood - Glamour mit Tierkadaver

Für die junge Britin Bonnie Wood ist Rogue Taxidermy die Kunst, Tierkadaver zu Glamour zu machen. Hasen, die an russische Ikonen erinnern, Ringe und Broschen mit Rattenschädel-Fassung. Die kuriose Kollektion wird per Internet vertrieben. Die seit ihrer Pubertät manisch-depressive Künstlerin treibt ihre Dämonen aus, indem sie toten Tieren neues Leben einhaucht.

M.A.R.T

Bonnie Wood ist wie Nate Hill Mitglied der M.A.R.T., der "Minnesota Association of Rogue Taxidermists", einem internationalen Netzwerk, das langsam die Kunstgalerien unterwandert. Bei Wettbewerben und Preisverleihungen des Vereins tummeln sich die Nachwuchsfrankensteins mit ihren haarigen Monstern.

Amore de Mori

Die Internetseite

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Liz McGrath

In Downtown Los Angeles lebt ein Mitglied sogar von seiner Kunst. Liz McGrath steht auf klassisches Ausstopfen. Das beste Beispiel dafür ist ihr Hund, der an ihrem Bett wacht. Allerdings bringt das gewisse technische Probleme mit sich. Wenn sie nicht für ihre Rockband Miss Derringer singt, schließt Liz sich tagelang in ihrem Atelier ein. Aber mit Tierknochen oder Haaren hat sie nichts am Hut. Ihre Kreaturen bestehen aus Schaumgummi-Puppen. Ein ganzes Rudel abgedrehter Biester à la Tim Burton - Halb Spielzeug, halb Dämon. Ausgeburten der Phantasie einer Pfarrerstochter. Mit 14 steckte ihre Familie sie in eine streng religiöse Erziehungsanstalt.

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