TRACKS NEWS / 04-03-14 / Slava Mogutin

Slava Mogutin

Ermutigt von einer mit der Perestroika einhergehenden Lockerung der Sitten, zelebriert Slava 1994 die erste Homo-Eheschließung. Ein Jahr später muss er sein Heimatland verlassen. Der Fotograf und Autor wird gerne als russischer Rimbaud bezeichnet, weil er schon früh Gedichte schreibt. Slava prangert vor allem die ignorante Haltung Russlands in Sachen Homosexualität an.

In New York gründet der Autodidakt Slava mit dem Künstler Brian Kerry das Multimedia-Kollektiv Superm. Mit Pinsel und Fotoapparat zeichnen sie in feinster Larry Clark-Manier ein Bild von den – wie sie sie bezeichnen - “Lost Boys“. Ihre Arbeiten sind vor zwei Monaten bei der Ausstellung “Die Ära des Vulgären wird vorübergehen“ in Paris zu sehen. Homosexuelle werden von den meisten Russen als Opfer, als schwach, angesehen. Deshalb wollte ich eine Figur kreieren – eine Art Comic-Superhelden mit dem Namen Super Mogutin. Und diese Figur sollte alles Böse dieser Welt in sich vereinen. Er musste der schlechteste, abscheulichste und schrecklichste Mensch der Welt sein. Das beschreibt den Charakter dieser literarischen Figur, die ich mir ausgedacht und “Super Mogutin“ getauft habe. Der 39jährige Slava geht zunächst bei dem schlüpfrigen Modefotografen Terry Richardson in die Schule und wirkt dann an einigen filmischen Experimenten von Pornoregisseur Bruce laBruce mit - wie bei dieser Performance in der New Yorker Galerie “The Hole“. 

BRUCE(X)PLOITATION at The Hole

20m16

BRUCE(X)PLOITATION at The Hole

20m16

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