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Sono Sion, das schwarze Schaf des japanischen Films

Sono Sion sucht die Konfrontation mit der Gesellschaft und der Kultur seines Heimatlandes, das er um jeden Preis aufrütteln möchte. Was ihm gelingt!

Eine U-Bahn-Station in Japan. 54 Schülerinnen fassen sich an den Händen und springen gemeinsam vor den einfahrenden Zug. Mit dieser legendären Eröffnungsszene aus Suicide Club machte der Regisseur Sono Sion 2001 in der Independent-Szene auf sich aufmerksam. Seitdem nimmt der Filmemacher die Tabus der japanischen Gesellschaft unablässig ins Visier, sei es in verstörenden Meisterwerken oder Trash-Streifen.

Suicide Club - New Trailer
Suicide Club (Sono Sion)
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Der in Toyokawa geborene Sion gründet in den 1990er Jahren die künstlerische Guerillabewegung „Tokyo Ga Ga Ga“, die Happenings organisiert, um der Unzufriedenheit der Tokyoter Gesellschaft Ausdruck zu verleihen. Ihre Waffe ist auf der Straße in Brülllautstärke vorgetragene Poesie. 2014 drehte er das gerappte Musical Tokyo Tribe. Die Verfilmung des gleichnamigen Manga-Comics setzt einen Bandenkrieg in einem futuristischen Japan in Szene.

Trailer de Tokyo Tribe (HD)

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Trailer "Tokyo Tribe"

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Tracks zeichnet das Porträt des subversivsten japanischen Regisseurs aller Zeiten.

Eine Reportage von Yves Montmayeur