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Tag gegen Homophobie

TRACKS feiert den internationalen Tag gegen Homophobie

Vor 27 Jahren strich die WHO Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten. Seitdem wird der 17. Mai als Tag gegen Homophobie gefeiert und das weltweit.
Wir versammeln deshalb heute einige TRACKS Beiträge über jene Ecken der Welt, in denen es für LGBTs nach wie vor nicht einfach ist, sich aber bunter und kreativer Widerstand formiert.  

Gay Myanmar

Myanmar ist vielen Europäern wohl in erster Linie als Durchreiseland auf dem Backpack-Südostasientrip und durch die erst viel gefeierte und inzwischen stellenweise umstrittene Friedensnobelpreisträgerin und Regierungschefin Aung San Suu Kyi bekannt. Für eine florierende queere Kultur aber wohl eher nicht. Zurecht, denn die Rechtslage macht es der dort lebenden LGBTQ-Community nicht leicht. Ein Gesetz aus der britischen Kolonialzeit stellt „unnatürliche sexuelle Handlungen“ unter Strafe, schlimmstenfalls droht dann lebenslänglich Knast. Trotzdem und gerade deshalb entwickelte sich in den letzten Jahren eine kleine Szene, die mit Ausstellungen, Videomagazinen und knallbunten Partys für ihre Rechte und Anerkennung kämpft. TRACKS war 2014 vor Ort. 

Queere Szene quer zur Gesellschaft
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Children 404

Obwohl es in Russland noch nie angenehm für Nicht-Heterosexuelle war, hat es das Land tatsächlich geschafft, im 2016er „Spartacus Gay Travel Index“ im Vergleich zum Vorjahr weiter abzurutschen – und ist jetzt auf Platz 183 von 194 in schönster Gesellschaft von Ländern wie Libyen oder Afghanistan.
Doch die queere Community in Russland kämpft tapfer gegen die Idiotie. Zu sehen im 2014er Dokumentarfilm „Children 404“, der das Leben von 45 schwul-lesbischen Jugendlichen zeigt, kurz nachdem Putin 2013 ein Gesetz gegen „homosexuelle Propaganda“ erließ. Einschüchterung, Schikane und Mobbing sind seither nicht nur an der Tagesordnung, wer sich dagegen ausspricht macht sich im schlimmsten Fall sogar strafbar. Den Namen hat sich der Film von einer queeren vk-Gruppe geliehen, in der Jugendliche im Netz Hilfe finden.  TRACKS denkt: Prädikat besonders wertvoll.

Children 404
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Transformistas Kuba

Als Transvestit in Kuba muss man erst einmal lernen durchzublicken: Wurde man eben noch institutionell diskriminiert, gilt man plötzlich als Vorzeige-Gleichberechtigte(r ) der Regierung. Die Tochter des kubanischen Präsidenten Mariella Castro hat die gesellschaftliche Akzeptanz der Transformistas zum Staatsauftrag gemacht – so lange sie sich offiziell registrieren. Äh, what?
TRACKS war im Jahr 2015 in Havanna vor Ort und hat Diven und Aktivisten getroffen.

 

Transformistas de Cuba | Arte TRACKS
Transformistas Kuba
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Tenth Zine

Wir schreiben das Jahr 2014, Printprodukten wird bereits seit vielen Jahren der lautlose Tod vorausgesagt – und trotzdem kommt aus New York noch eine kleine Papierrevolution. Mit „The Tenth“ empfängt die Geburtsstätte des Queer Rap und Christopher Street Days das erste  Printmagazin für die schwarze Gay-Community. Wurde aber auch Zeit! Das Zine ist Sprachrohr abseits gängiger Stereotypen und gibt Einblicke in die Bereiche Kunst, Musik, Mode, Literatur, Geisteswissenschaften und Queer-Aktivismus. Der wiederum ist in Trumpland heute vielleicht nötiger denn je.  

Tenth Zine
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