Wenn diese beiden sich mit feierlichem Ernst zum Deppen machen, wird Nonsens zur Kunstform.

Das Absurde hat Konjunktur: Zwei französische Künstler scheren sich einen feuchten Dreck um die ästhetischen Konventionen der zeitgenössischen Kunst.

Sucht nicht weiter nach dem Sinn, es gibt nämlich keinen! Als legitime Nachfolger der Dadaisten nutzen Jacques Auberger und Yann Vanderme Performance- und Videokunst als Mittel zum Zweck, um mit Worten und Alltagssituationen ihren Schabernack zu treiben. Mit negativem Irokesenhaarschnitt und einer ordentlichen Portion Augenzwinkern beweist Jacques Auberger gemeinsam mit seinem Kollegen Alexandre Gain, dass man Feger fegen, Mixer mixen und Fenster aus dem Fenster werfen kann. Diese und andere durchgeknallte Experimente am „National Oberservatory of Vortex Experiments“ dokumentieren die zwei mit feierlichem Ernst auf YouTube.

À la recherche du Vortex
A la recherche du Vortex - Jacques Auberger/Alexandre Gain
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Dass Auberger ein wenig exzentrisch ist, zeigt sich auch auf musikalischer Ebene, denn er produziert Elektro-Track mit Sounds, die er den verschiedensten Gegenständen entlockt.

Jacque(s) - Phonochose #1 : Live-looping à l'Amour
Phonochose #1 : Live-looping à l'Amour
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Yann Vanderme ist ein Künstler der besonderen Art. In der Fotoserie „Faire comme si“ (So tun als ob), ließ er sich beispielsweise bei allen möglichen abgebrochenen Handlungen und in den absurdesten Situationen ablichten. Zum Beispiel im August 2009: „Ich habe so getan, als ob ich mich mit jemandem um 16:00 Uhr vor einem Café verabredet hätte. Nachdem ich eine halbe Stunde gewartet hatte, bin ich dann gegangen.“ Im Anschluss an dieses Projekt stürzte er sich 3 Jahre lang in ein Leben, das nur zu 33 % gelebt wurde: Angefangen bei der Kochzeit der Nudeln bis hin zum Selbstmord führte Vanderme sämtliche Handlungen und Bewegungen nur zu einem Drittel aus. Ob er sich mit dieser Performance wohl über den französischen Ausdruck „vivre à 100 %“ (das Leben zu 100 % auskosten) lustig machen wollte? 100-prozentig spannend dürfte sein Alltag auf jeden Fall nicht gewesen sein.

Für seinen jüngsten Geniestreich zwingt Vanderme sich dazu, eine Reihe von Dingen zu tun, die er nicht mag, zum Beispiel rauchen oder Dinge auf die Straße werfen. Wenn das keine Liebe zur Kunst ist …