TRACKS NEWS / 09-12-15 / Nicolas Winding Refn: Be Ki...

Nicolas Winding Refn: Be Kind, Rewind!

Mit dem rasanten Thriller Drive eroberte Nicolas Winding Refn die internationale Filmszene. Jetzt veröffentlicht er ein Buch über eine alte Leidenschaft: die „Sexploitation“-Filme der Sechziger.

Nicolas Winding Refn ist stark beschäftigt: Er arbeitet an dem Horrorfilm "The Neon Demon" (einem Barbarella-Remake mit ausschließlich weiblichen Schauspielern), präsentiert seine Miniserie "Les Italiens" und dreht einen japanischen Spionagefilm. Und fand bei all dem noch Zeit, eine alte Leidenschaft wieder aufzuwärmen: den Exploitationfilm, jene reißerischen Horror- und Erotikstreifen, die in den 60er ihre Blütezeit hatten. „Sexploitation“ ist eine Unterkategorie des Genres und dreht sich – wie der Name schon sagt – vor allem um Pornoszenen.  Zu den berühmtesten Sexploitation-Regisseuren gehört Russ Meyer mit seiner urkitschigen Reihe über die „Vixen“, eine Horde rachsüchtiger, großbusiger Nymphomaninnen.

Nicolas Winding Refn ist bekennender Sexploitation-Fan und besitzt eine stolze Sammlung an Filmpostern, deren schönste Exemplare er in dem Buch "Act of Seeing" zusammengestellt hat. Hier zeigt er über 300 Plakate von Werken, die zwar nicht zu den ruhmreichsten Kinojuwelen gehören, aber in der konservativen Gesellschaft von damals doch für ziemlichen Wirbel sorgten.

-

Galerie : The Act Of Seeing

6 Fotos

+
-

Zusammen mit Mads Mikkelsen, den er einst für "Pusher" engagierte (und der später als Dr. Lecter in der Hannibal-Serie und als Bösewicht in "Casino Royale" zu sehen war) kam Nicolas Winding Refn zum Festival Lumière nach Lyon. Wie man unbesiegbar wird, indem man seine Dyslexie überwindet, und mit „Sexploitation“-Filmen in höchste Höhen schwebt, ohne die Wut seiner Frau zu erregen – all das erzählt das „neue kleine Kinogenie“ im Interview mit Yves Montmayeur.