Die schwärzeste Version des Black Metal

Wie hätte es wohl geklungen, hätten die schwarzen Sklaven den Teufel angebetet? Zeal & Ardor kombinieren Metal mit dem Blues der Chain Gangs.

Im Frühjahr 2016 sorgte ein mysteriöses Album in den digitalen Metal-Randsphären für Aufsehen: „Devil is Fine“ vollzieht vor markerschütternden E-Gitarren den Übergang von Sklavengesängen zu wütend-kehligem Geschrei. Typisch norwegische Black-Metal-Melodien ersetzen das schwere und langsame Klirren der Ketten, die den Rhythmus für die satanischen Gesänge vorgeben. Blasphemie!

„Black Metal war einmal eine der extremsten Musikrichtungen. Heute, zwanzig Jahre später, ist es fast schon ein klassisches Genre geworden, voller Regeln. Ich finde es ganz natürlich, den Stil zu ändern, damit er extrem bleibt.“  Manuel Gagneux

ZEAL & ARDOR - Devil is Fine (Official Video)
Zeal & Ardor – Devil is Fine
+
-
Zeal & Ardor

Bandcamp

+
-

Der Schweizer Manuel Gagneux ist der Ursprung des Projekts Zeal & Ardor. Er ist ein regelmäßiger Gast des berühmten Forums 4chan, in dem sich der Bodensatz des Internets tummelt. Hier spielt der experimentierfreudige Musiker ein Spiel, bei dem es darum geht, zwei Musikstile zu vermischen, die von den 4channers vorgegeben werden. Wenn ein User „Black Metal“ und ein anderer „Nigger Music“ (sic) vorgibt, dann kommt man zwangsläufig auf ganz besondere Ideen: Das Christentum wurde den Sklaven wie den Skandinaviern aufgezwungen – doch was wäre passiert, wenn die Bluesmen auf eine ähnliche Art wie norwegische Black Metal Bands dagegen aufbegehrt hätten?

„Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass den Leuten beide Male das Christentum aufgezwungen wurde. Wenn man dir das Christentum aufzwingt, dann wäre es eine logische Reaktion, Gott abzulehnen. Doch paradoxerweise haben die Sklaven Gott angenommen. Das finde ich wirklich seltsam!“ Manuel Gagneux

Zeal & Ardor- "Don't You Dare" - Session Live
Zeal & Ardor- Don't You Dare (Session Live)
+
-